Grundwasservorkommen

Die Fernwasserversorgung Oberes Allgäu entnimmt
ihr Trink- und Brauchwasser aus Grundwasser-
vorkommen im Illertal und Ostrachtal südlich und
nördlich von Sonthofen. Die hydrogeologischen Ver-
hältnisse sind hier auf Grund einer 200 m tiefen
Versuchsbohrung und mehrerer 27 m und 41 m tiefer Bohrungen sowie seismischer Bohrungen im Raume Oberstdorf bekannt. Danach ist das Illertal bei Sonthofen bis etwa 150 m unter der heutigen
Taloberfläche in den felsigen Untergrund einge-
schnitten. Diese Hohlform wurde vor allem während
der letzten Eiszeit mit Seetonen und sehr gut
durch-lässigen sandigen Kiesen aufgefüllt. Wie aus
dem Bild zu entnehmen ist, liegt bei Altstädten und
Burgberg eine geschlossene Seeton-decke bis zu
8 m Mächtigkeit über sandigem, sehr gut durch-lässigem Kies.

Bei Oberstdorf und Langenwang fehlt diese Seeton-
decke, so dass der Kies bis zur Oberfläche reicht.
Gleichzeitig nimmt die Kies-mächtigkeit von 30 m bei Oberstdorf auf 50 bis 60 m zwischen Langen-wang und Fischen zu, um dann nach Norden gegen
Immenstadt allmählich bis auf 5 m abzunehmen.
Der wasserführende Kies ist zwischen Langenwang
und Burgberg in den undurchlässigen Seeton
eingebettet und wird von Seeton überlagert, wodurch das Grundwasser, besonders bei Altstädten, gespannt ist.
Der mit Grundwasser erfüllte Kies verliert also
von Altstädten in nördlicher Richtung, eingeengt
durch den unter- und überlagerten Seeton, stark an
Mächtigkeit. Außerdem nimmt die Kiesbreite, die in


Höhe von Ortwang-Burgberg noch 2 km erreicht, nördlich Ortwang fast bis auf die Breite der Iller ab, weil die aus undurchlässigem Fels bestehenden Molasseberge beiderseits eng an den Fluss herandrängen und so ein Flaschenhals entsteht, durch welchen sich die Iller durchzwängen muß.

Das gleiche gilt auch für den Grundwasserstrom im
Kies. Drei Faktoren, das hochgelegene Einzugsgebiet im Süden, die Abdeckung und Einengung des Grundwasserstromes durch Seeton sowie der undurchlässige Molasseriegel zwischen Blaichach und Burgbergbewirken einen An- und Rückstau des Grundwassers im Kies.

Außer diesem hydrologisch günstigen Anstau des
Grundwassers im Bereich der Trinkwasser-fassungen der Fernwasserversorgung sind noch weitere besonders vorteilhafte Umstände vor-handen, weil in diesem Gebiet die Grundwasser-ströme der Iller und Ostrach mit ihren sehr großen Grundwasservorräten im eiszeitlichen Kies zusammentreffen. Vor allem sammelt die kiesige Illertalauffüllung als tiefstliegender unterirdischer Vorfluter alle Abflüsse aus dem Raum um Oberstdorf und aus den Talgebieten
westlich der Iller.

Das Illertal bei Altstädten stellt somit auf Grund der
besonderen hydrologischen Gegebenheiten eines der ergiebigsten Grundwasser-vorkommen am Alpenrand dar, dessen Einzugsgebiet sich iller-aufwärts über Oberstdorf hinaus erstreckt und beiderseits davon weit auf die Alpen übergreift.

Einzugsgebiet geologisch
Fernwasser Oberes Allgäu
    Impressum